Berichte Einsatzabteilung

09.11.2019

Objektübung am Feuerwehr-Gerätehaus

Am 14. Oktober übte die Freiwillige Feuerwehr Bühlertal den Ernstfall eines Werkstattbrandes. Simuliert wurde dieses Einsatzgeschehen am Objekt des Feuerwehr-Gerätehauses. Die Fahrzeughalle wurde hierzu mit Effektrauch realitätsnah eingenebelt.
Beim Eintreffen der Einsatzleiterin stellte sich die Lage so dar, dass der Werkstattbereich im Vollbrand steht und eine Person vermisst wird. Noch während der ersten Erkundung zeigte sich das erhöhte Gefahrenpotential durch die Explosion einer Gasflasche.

Nachgebildete Lagedarstellung per Smartphone-App

Ein Werkstattmitarbeiter, der sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, gab zur Auskunft, dass eine neue Palette mit Butangas am Nachmittag angeliefert wurde.
Fiktiv wurde über die Leitstelle ein weiterer Löschzug zur Unterstützung an die Einsatzstelle nachgefordert.
Nach Eintreffen unseres ersten Löschfahrzeugs wurde direkt die Menschenrettung eingeleitet. Das nachrückende Tanklöschfahrzeug erhielt den Auftrag die Brandbekämpfung einzuleiten sowie mit weiteren Einsatzkräften die Wasserversorgung sicherzustellen.

Nach kurzer Zeit konnte die vermisste Person, eine Feuerwehr-Übungspuppe, gefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Sie wurden bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes von weiteren Feuerwehrkräften medizinisch erstversorgt.
Durch die erhöhte Brandlast in der Werkstatt drohte das Feuer auf den Dachbereich des Gebäudes überzugreifen. Die Einsatzleiterin entschied daraufhin den Bereich zu kühlen und abzuschirmen. Hierzu wurde der Wasserwerfer des Tanklöschfahrzeugs in Stellung gebracht.
Nach etwa einer halben Stunde konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden, sodass der beobachtende Kommandant die Übung an dieser Stelle beendete. In der anschließenden Manöverkritik wurde der Übungsablauf noch einmal durchgesprochen. Kommandant Michael Reith bewertete die Übung als sehr gelungen. Verbesserungspotential sei an kleinen Stellen natürlich immer möglich, aber dafür kommen wir auch schließlich an unseren Übungsabenden zusammen.


29.09.2019

Erneut reges Treiben und bayerische Stimmung im und ums Feuerwehr-Gerätehaus Bühlertal

Am 21. und 22. September luden wir seitens der Freiwilligen Feuerwehr Bühlertal wieder zu einem zünftigen und familiären Festwochenende ein.
Bereits am Samstagnachmittag konnten wir im Rahmen des Alterskameradentreffens der Feuerwehren im Landkreis Rastatt zahlreiche Besucher begrüßen und bewirten.
Bei stimmungsvoller Musik und zusätzlichen Auftritten der Alphornfreunde Bühlertal sowie der Kindergruppen des Kindergartens St. Michael, die extra ein besonderes Lied einstudiert hatten – vielen Dank hierfür –, gab es eine ausgelassene Stimmung und viel Appetit unter den Feuerwehrsenioren. Die Schlachtplatte kam so gut an, dass für den weiteren Festverlauf nachgeordert werden musste. Grußworte aus dem Landkreis und von Landrat Toni Huber überbrachte Kreisbrandmeister Heiko Schäfer.

Der Samstagabend stand anschließend ganz im Zeichen bayerischer Gaudi und bayerischen Schmankerln aus der Küche. Quasi zeitgleich mit dem Start der Wiesn in München ließen wir zum elften Mal unser Oktoberfest steigen. Für die Stimmung von der Bühne sorgte in diesem Jahr die Blaskappelle „Schießpulver“. Mit originellen Musikeinlagen und besonderen Gags luden sie die Festgäste zum Mitwippen, Mitsingen und Schunkeln ein.
Von den bis zu 700 Trachtenträgern besonders erwartet: Hansi Berger aus dem Berchtesgadener Land. Bereits zum dritten Mal heizte er die Stimmung so richtig an und riss Jung und Alt von den Bänken.

Am Sonntag öffneten wir unsere Tore zum Tag der Feuerwehr. Neben Speis und Trank konnten unsere Gäste unsere Feuerwehrfahrzeuge und Gerätschaften in Augenschein nehmen und sich zum präventiven Brandschutz informieren. Kinder konnten sich an der Spritzwand mit der Kübelspritze austoben oder beim Entenangeln ihr Geschick und ihre ruhige Hand unter Beweis stellen.
Das Highlight an diesem Tag sollte die Ausstellung eines Rettungshubschraubers (RTH) der DRF Luftrettung sein. Leider konnte der Hubschrauber einsatzbedingt Bühlertal nicht anfliegen. Das führte bei den Gästen, insbesondere bei den Kindern zu einiger Enttäuschung.
Die Feuerwehr Bühlertal möchte sich an dieser Stelle für die entfallene Ausstellung des RTH entschuldigen und bittet um Verständnis.

Abschließend möchten wir uns bei allen Besucherinnen und Besuchern für ein tolles, gemeinsames Festwochenende bedanken. Wir hoffen, es hat Ihnen wieder gefallen und Sie hatten wieder ein paar schöne Stunden bei uns.
Ein Dankeschön geht auch an die Schwarzwaldhexen Bühlertal für die Mithilfe beim Auf- und Abbau sowie der Freiwilligen Feuerwehr Rust für die Mithilfe beim Barbetrieb.


01.04.2019

Höhenrettungsgruppe SRHT Mittelbaden
(Artikel für die Verbandszeitschrift “Fire & Life” des KFV Rastatt)

Im Jahr 2014 wurde der Grundstein für die heutige Höhenrettungsgruppe in Mittelbaden gelegt. 13 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bühlertal begannen die erste Ausbildungseinheit zum einfachen Retten aus Höhen und Tiefen (ERHT). Mit Abschluss dieses Ausbildungsabschnitts waren die Kameraden in der Lage Rettungsmaßnahmen und Absturzsicherungen im Schräggelände sowie an Gebäudedächern auszuführen.

In den folgenden Jahren wurden die Kameraden weiter ausgebildet und ihr Wissen im Umgang mit den in der Höhenrettung notwendigen Gerätschaften erweitert. Eine 80 stündige Ausbildung zur „speziellen Rettung aus Höhen und Tiefen“ (SRHT) wurde zusätzlich absolviert. Als medizinische Ausbildung haben alle Höhenretter mindestens den Lehrgang Rettungssanitäter belegt. Einige sind weiterhin Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter. Als jährliche Fortbildung leisten alle Höhenretter 72 Pflichtstunden pro Jahr.

Durch verschiedene Einsätze initiiert wurde 2017 eine Kooperation zwischen Höhenrettern verschiedener Organisationen ins Leben gerufen. Die Feuerwehren aus Baden-Baden und Bühlertal sowie die Bergwacht Baden-Baden schlossen sich zusammen und bilden seither die Höhenrettungsgruppe SRHT Mittelbaden. Die Kooperation basiert auf einer gemeinsamen Alarm- und Ausrückeordnung sowie zahlreichen gemeinsamen Übungen.

Die Höhenrettungsgruppe ist vom Land Baden-Württemberg als überregionale Höhenrettungseinheit anerkannt und ist die zweitgrößte in unserem Bundesland. Sie verfügt über eine Personalstärke von 25 Rettern, die sich wie folgt zusammensetzt:

  • Feuerwehr Bühlertal:            15 Höhenretter
  • Feuerwehr Baden-Baden:     7 Höhenretter
  • Bergwacht Baden-Baden:     3 Höhenretter

Die SRHT Mittelbaden kommt bei unterschiedlichen Szenarien zum Einsatz:

  • Retten und Bergen in unwegsamen Geländen, z.B. an Klettersteigen
  • Sichern und Ablassen im absturzgefährdetem Bereich
  • Retten und Bergen von Personen auf Gerüsten, Baukränen, Hochhäusern etc.
  • Schacht – und Seilbahnrettung
  • Baumrettung
  • Rettung aus Windkraftanlagen
  • Rettung von schwergewichtigen Personen (Schwerlastrettung)
  • Medizinische Erstversorgung von verunfallten Personen nach einem Absturz oder Schadensfall
  • Unterstützung und Gefahrenbeurteilung für den Rettungsdienst
  • Grundsätzlich alle Rettungen aus Höhen und Tiefen
  • Technische Hilfeleistung in Höhen und Tiefen (Sturmschäden, Nachlöscharbeiten in Höhen und Tiefen bei Bränden etc.)

In den vergangenen zwei Jahren wurden die speziellen Rettungskräfte zu zahlreichen Einsätzen alarmiert. Wie in verschiedenen Pressetexten berichtet wurden u.a. mehrere Gleitschirmflieger im Bereich des Merkurbergs erfolgreich gerettet. Bei Einsätzen zur Unterstützung des Rettungsdienstes wurden Patienten aus höheren Stockwerken mit entsprechenden Rettungsmitteln abgeseilt. Weiterhin mussten die Höhenretter ihr Können auch bei verschiedenen sturmgeschädigten Gebäuden unter Beweis stellen. Die Einsatzkräfte dürfen mittlerweile auf mehr als 50 erfolgreich abgearbeitete Einsätze zurückblicken. Dies zeigen die nachfolgenden Einsatzstatistiken.

  • 2017:
    • 21 Alarmierungen
    • 14 Menschen gerettet
  • 2018:
    • 36 Alarmierungen
    • 22 Menschen gerettet

Dass sich das Aufgabenspektrum stets erweitert, zeigt sich an der Teilnahme an mehreren Alarm- und Hauptübungen der Feuerwehren im Landkreis Rastatt. Die Fähigkeiten der Höhenrettungsgruppe wurden so beispielsweise bei den Übungen in Ötigheim, als ein verunfallter Kranführer von einem Baukran gerettet werden musste sowie an der Staustufe in Iffezheim, als u.a. ein bewusstloser Arbeiter aus einem Schacht hinaufbefördert werden musste, mit eingebunden.
An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an die Feuerwehren Ötigheim und Iffezheim für das Ausrichten ihrer Übungen.